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HANDELSBLATT, Online-Ausgabe 1. September 2017

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Strategischer Schulterschluss

Kunsthändler müssen sich etwas einfallen lassen für die Kundschaft mit voller Agenda. Ein Quartett organisiert den „Kunst Salon“ an rotierenden Orten: demnächst in München. Die Mischung macht's, der Rahmen ist elegant.

Düsseldorf. Das regelmäßige Flanieren durch eine Lieb­lings­galerie oder ein Ga­l­erien­quartier ist für die meisten Kunst­freunde (fast) passé. An­ge­sagt sind Ver­nis­sagen, Cham­pag­ner­laune und Events. Die liegen meist abends oder am Wo­chen­ende und schonen somit die Arbeits­zeit. Die ge­mein­samen Galerie­er­öff­nungen an einem Wo­chen­ende haben da ein be­währ­tes Modell ge­lief­ert. Da wol­len auch Kunst­händler nicht nach­stehen und den­ken sich neue For­mate aus. Ei­nige von ihnen haben sich zu­sam­men­getan und or­ga­ni­sieren an­spruchs­volle Ge­mein­schafts­ak­tion­en, sei es wie jüngst in Salz­burg eine Mini­messe oder jetzt den Treff­punkt Salon zum Sai­son­auf­takt in München. Da ver­an­stal­ten vier jüngere Kol­legen, quer durch die Re­pu­blik ver­teilt, nach dem Debut in Berlin nun zum zwei­ten Mal den Kunst­salon. Der findet vom 8. bis 10. Sep­tember statt, diesmal in der Räu­men von Kunkel Fine Art in der Prinz­re­gen­ten­straße 71/I., täglich von 11 bis 19 Uhr.

Gastaussteller bei dem Spezialisten für das 19. Jahr­hundert und die frühe Moderne sind Thole Rotermund (Ham­burg), die Gale­rie Luzan (Ber­lin) und der 2014 er­öff­nete Kunst­handel Stockebrand + Uekermann. Durch den vier­fachen Schul­ter­schluss ergibt sich ein zeit­licher Rah­men, der von Bayerns Belle Epoque mit den Ma­ler­für­sten Stuck und Lenbach (Kunkel) über die rasante Zei­chen­kunst von Ernst Ludwig Kirchner (Rotermund) und die frühe Nach­kriegs­ab­strak­tion des Georg Karl Pfahler (Luzan) bis zu Otto Pienes Feuer­bild „Diskus“ reicht (Stockebrand + Uekermann). Das An­gebot ist an­spruchs­voll und viel­fältig, jeder bringt sein Port­folio und seine Klien­tel mit, der Rah­men an­sprech­end.

Zwei bis dreimal im Jahr möchte das junge Händler-Quartett exklusive Ver­kaufs­schau­en prä­sen­tieren, an ro­tie­renden Orten. Das sei per­sön­licher als auf einer Messe, sagt Alexander Kunkel, das Am­bi­ente eleganter. Am Frei­tag und Sams­tag finden Art Talks jeweils um 18 Uhr statt. Kunkel: „Das ermöglicht einen regen Ge­dan­ken­aus­tausch.“ Und erst so er­hält der schöne Name Kunst Salon auch seinen Sinn. Waren es doch die privaten, de­bat­ten­freudigen Ge­sell­schaften kunst­sin­niger Zeit­genossen etwa um die Li­te­ra­tur­freun­din und Kunst­ken­nerin Rahel Varnhagen, die dem Sa­lon, bevor zum Ter­mi­nus für die Aus­stel­lung der Un­ab­hän­gigen Kün­stler wurde, zur Platt­form für Ideen mach­ten.

Franz Stuck • Anerkennung
Kunst militärisch betrachtet
Franz von Stuck: "Anerkennung" (1890). In den Fliegenden Blättern hieß es dazu: "Schneidiges Bild!.. Nummer 213!.. Genau die Nummer meines Regiments!!" Quelle: Kunkel Fine Art

KUNST SALON München 02
8.-10. September 2017


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