MUNICH HIGHLIGHTS
PARNASS
Ausgabe 3, 2026
»WIR SIND KEINE MESSE DER MASSE, SONDERN EINE BÜHNE FÜR MEISTERWERKE.«
Juana Schwan
Die jährlich im Oktober stattfindenden Munich HIGHLIGHTS verwandeln die historischen Räume der Münchner Residenz in einen Ort für Kunst aus unterschiedlichen Epochen. Ergänzt wird das Angebot durch Design, Schmuck und kunsthandwerkliche Objekte. Die nächste Munich HIGHLIGHTS findet von 15. bis 18. Oktober 2026 statt. PARNASS traf zwei der drei Geschäftsführer:innen der Munich HIGHLIGHTS GmbH, Juana Schwan und Alexander Kunkel, zum Gespräch.
PARNASS: Was macht den Erfolg der Munich HIGHLIGHTS aus?
Juana Schwan: Der Schwerpunkt der Kunstmessen in Deutschland liegt eindeutig im Bereich der zeitgenössischen Kunst. Anders als in Österreich mit Messen wie Art & Antique oder Art Austria etc. gibt es in Deutschland keine Messe, die einen Bogen über mehrere Epochen spannt. Seit 2022 die Cologne Fine Art & Design, die parallel oder in Ergänzung der Art Cologne stattfand, aufgegeben wurde, ist die Munich HIGHLIGHTS die einzige Messe in Deutschland mit dieser Spannweite über die Jahrhunderte.
Alexander Kunkel: Ein weiterer Grund für das langjährige erfolgreiche Bestehen der Munich HIGHLIGHTS ist, dass wir eine Messe von Händler:innen für Händler:innen sind und in einem familiären, vertraulichen und wertschätzenden Miteinander unter Kolleg:innen agieren. Dadurch haben wir auch den Vorteil einer doppelten Perspektive auf die Veranstaltung: Wir sehen sie nicht nur aus dem Blickwinkel des Messeveranstalters, sondern auch aus jenem der Ausstellenden mit ihren Anliegen. Das ermöglicht uns, schnell und empathisch Probleme zu besprechen oder Entwicklungen gegenzusteuern, die nicht so gut aufgenommen werden.
P: Eine Besonderheit der Munich HIGHLIGHTS ist auch ihre elegante, salonartige Atmosphäre in den historischen Räumen der Residenz. Ist die Boutique-Messe das Format der Zukunft?
AK: Ich bin davon überzeugt. Wir haben stets um die 50 bis 60 Aussteller:innen. Sowohl die Ausstellenden als auch die Besucher:innen schätzen das exklusive Format mit einer kuratierten Auswahl an Kunsthändler:innen und das Zusammenspiel von alter und neuer Kunst in hoher Qualität.
JS: Der Fokus liegt auf dem Spitzen- und Top-Segment, mit ausgewählten internationalen Aussteller:innen und hochkarätigen, teils museumswürdigen Werken. Um diese Kund:innen langfristig an die Messe zu binden, gilt es, das Niveau zu halten. Daher auch unsere klare Entscheidung, im Format einer Boutique-Messe zu bleiben. Die Ausstellenden sind spezialisierte Kunsthändler:innen und Expert:innen, und durch die salonartige Atmosphäre ergeben sich informelle Möglichkeiten zu persönlichem Austausch. Die Messe ist auch mit der Stadt sehr verbunden und hat mit der Münchner Residenz einen wunderbaren Ausstellungsort. Wir wissen, was unser USP ist und was die Qualität der Munich HIGHLIGHTS ausmacht. Das heißt nicht, dass wir nicht stets schauen, was wir verbessern können und wo wir uns neu aufstellen müssen. Doch ohne unsere Kernkompetenz grundsätzlich zu verändern.
AK: Es ist unser Ziel und auch unsere Verantwortung, den ausstellenden Händler:innen die größtmöglichen Chancen auf einen kommerziellen Erfolg zu geben. Daher müssen wir uns die Frage stellen, wie wir sie am besten unterstützen können.
P: Und wie gelingt das?
AK: Es gilt, ein offenes Ohr für ihre Anliegen zu haben. Das klingt banal, aber in einer Zeit, die immer digitaler und dadurch anonymer wird, ist ein verlässlicher Ansprechpartner wesentlich. Das reicht vom Standplan und der Frage, in welcher Nachbarschaft sich ein Messestand befindet, über Hotelempfehlungen bis hin zum wohl zentralsten Punkt – hochkarätige Sammler:innen, Kund:innen und Fachleute auf die Messe zu bringen und den Dialog zwischen ihnen und den Ausstellenden zu gewährleisten.
JS: Wir sind keine Messe der Masse, sondern eine Bühne für Meisterwerke. Durch den kleineren Umfang der Messe können wir viel leichter Kontakte herstellen. Das Interesse für die ausgestellten Kunstwerke wecken wir schon im Vorfeld durch unseren Newsletter, in dem wir auch Neuaussteller:innen mit besonderen Objekten vorstellen.
AK: Etwas, von dem alle Ausstellenden profitieren, ist die Stärke und das Netzwerk der Kolleg:innen. Deswegen bin ich als Aussteller und als Mitorganisator der Messe ein vehementer Verfechter des Wir-Gedankens. Nur gemeinsam können wir den Marktplatz stärken. Und die besten Erfahrungen sind die, die dazu führen, dass jemand gerne wieder bei uns ausstellt.
P: Gibt es Ideen, die Messe um Spezialgebiete zu erweitern?
JS: Ideen gibt es einige, sei es ein thematischer oder geografischer Schwerpunkt oder eine Grafik-Sektion. Der Fokus wird immer auf den alten Meistern und der klassischen Moderne liegen, aber wir sind offen für sinnvolle Ergänzungen.
Das Interview führte Silvie Aigner.