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Stilleben mit Kerzenleuchter
Bondy, Walter

Stilleben mit Kerzenleuchter

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Biografie

Walter Bondy

1880 Prag – 1940 Toulon

Walter Bondy entstammt einer wohlhabenden österreichischen Unternehmerfamilie und wächst in Wien auf, wo er das Studium der Malerei an der Kunstakademie beginnt. Nach Aufenthalten in Berlin und München zieht er 1903 nach Paris und gehört dort zu den Begründern des Künstlerkreises im Café du Dôme. Diese sich bis zum Ausbruch des Ersten Weltkriegs ständig erweiternde Enklave wird schnell zum Treffpunkt führender deutschsprachiger Maler, Literaten, Intellektueller, Kunstkritiker sowie Kunsthändler in der französischen Hauptstadt.

In Paris steht Bondys Malerei zunächst unter dem Eindruck von Edouard Manet und den französischen Impressionisten, später geben ihm die Werke von Paul Cézanne und Vincent van Gogh wichtige Impulse. Er findet zu einer modernistischen Malerei, die die Tradition der französischen peinture aufgreift und eigenständig fortschreibt. Dass Bondy in Deutschland zu einem wichtigen Mittler der französischen Kunst avanciert, ist nicht zuletzt seinen exzellenten Verbindungen zur Berliner Kunstszene geschuldet. Ab 1904 ist er in den Ausstellungen der Secession vertreten und auch sein Vetter Paul Cassirer, der zu den einflussreichsten Galeristen der Zeit zählt, macht sich für die Etablierung seiner Werke stark. 1911 zeigt er Bondys Gemälde zusammen mit denen seiner Café du Dôme-Freunde Rudolf Levy, Hans Purrmann und Jules Pascin. 1913 folgt eine Ausstellung mit Bondys Werken und denen Max Beckmanns.

Während des Ersten Weltkrieges reißt Bondys Verbindung, der seit 1913 in Berlin lebt, nach Frankreich ab und auch der Künstlerkreis des Café du Dôme zerbricht. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, betreibt er mit seinem Cousin Erich Cassirer einen Kunsthandel und arbeitet als Kritiker für die von Bruno Cassirer geleitete Zeitschrift Kunst und Künstler. 1927 gründet Bondy das Magazin Kunstauktion, das über die wichtigsten Versteigerungen im In- und Ausland berichtet und zum Vorläufer der bis heute existierenden Weltkunst wird.

Der aufkommende Nationalsozialismus veranlasst Bondy 1932 ins südfranzösische Sanary-sur-Mer überzusiedeln, wo sich bereits ein kleiner Kreis deutschsprachiger Emigranten niedergelassen hat. Dort lernt er seine zweite Ehefrau kennen, mit der er ein Fotoatelier betreibt. Die Besetzung Frankreichs 1940 durch die deutsche Wehrmacht versetzt den an Diabetes erkrankten Bondy in eine schwere Depression und lässt ihn allen Lebensmut verlieren. Kurz darauf stirbt er im Exil.

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