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Biografie

Ernst Heilemann

1870 Berlin – 1936 Kitchener (Kanada)

Nach ein paar Semestern an der Berliner Hochschule der Bildenden Künste verlässt Ernst Heilemann die preußische Kunstmetropole, um sich auf Reisen nach Italien, Frankreich, Großbritannien und den USA autodidaktisch weiterzubilden. Zurück in Berlin macht sich der junge Künstler innerhalb kurzer Zeit mit Darstellungen aus dem mondänen Gesellschaftsleben sowie als Porträtmaler einen Namen. Diesen festigt er durch regelmäßige Teilnahme an den Großen Berliner Kunstausstellungen sowie durch Einzelausstellungen in der Berliner Galerie Eduard Schulte (1902 und 1912) und im Berliner Künstlerhaus (1918). In der Weimarer Republik wendet sich Heilemann der Neuen Sachlichkeit zu.

Zwischen 1898 und 1912 ist Heilemann mit knapp 200 Beiträgen in der Münchner Satirezeitschrift Simplicissimus vertreten. Fast immer handelt es sich um Szenen aus dem großbürgerlich-aristokratischen Milieu, dessen scheinbar sorgloses Dasein und zahlreiche Vergnügungen er mit schwungvollem Strich festhält. Sowohl hinsichtlich der Motive als auch des Zeichenstils orientiert sich Heilemann an den Werken des Simplicissimus-Mitarbeiters Eduard Thöny, mit dem er befreundet ist. Im Gegensatz zu Thöny fehlt bei Heilemann jedoch das karikierende Element, eher sind seine Beiträge von einem eleganten Illustrationsstil geprägt. Das wiederum verbindet ihn mit Ferdinand von Reznicek. Er ist am Simplicissimus für eben jenes Genre zuständig, das Heilemann nicht weniger brillant beherrscht und nach dessen Tod 1909 übernimmt.