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Biografie

Albert von Keller

1844 Gais (Schweiz) – 1920 München

Unter den deutschen Salonmalern der Jahrhundertwende nimmt Albert Keller eine herausragende Stellung ein. Dank seines gewinnenden Wesens, kosmopolitischen Geistes und gesellschaftlichen Geschicks spielt er über Jahrzehnte hinweg eine Schlüsselrolle innerhalb der 1892 gegründeten Münchner Secession und wird 1897 in den persönlichen Adelsstand erhoben. Doch nicht nur seine Person, sondern auch sein Werk spiegeln das großbürgerlich-aristokratische Selbstverständnis der Epoche zwischen Reichsgründung und Erstem Weltkrieg wider.

Stärker noch als die Ausbildung an der Münchner Kunstakademie prägen privater Malunterricht sowie autodidaktische Studien die künstlerische Entwicklung Kellers. Unter dem Einfluss der französischen Salonmalerei spezialisiert er sich in den 1870er und 1880er Jahren auf genrehafte Interieurdarstellungen und erlangt damit erste Erfolge bei Publikum und Kritik. Geschätzt werden sowohl sein narratives Talent als auch sein Duktus, der mal feinmalerisch präzise, mal locker aufgelöst ist, wobei eine auf wenige Farbakkorde beschränkte Ton-in-Ton-Malerei vorherrscht.

Dank der 1878 geschlossenen Ehe mit der Bankierstochter Irene von Eichthal ist Keller sämtlicher materieller Sorgen enthoben. Seine direkt neben dem Grandhotel Vier Jahreszeiten gelegene Wohnung in der Münchner Maximilianstasse, die er mit Gemälden Alter Meister, Bronzegüssen nach der Antike sowie europäischen und asiatischen Antiquitäten ausstattet, ist gleichermaßen familiärer Ruhepol wie Treffpunkt der Gesellschaft. Beide Aspekte behandelt Keller immer wieder in seinen Gemälden.

Neben dem Kontakt zu Künstlern schätzt Keller den Verkehr mit Persönlichkeiten des Geisteslebens. Zu ihnen zählen der Philosoph Carl du Prel sowie der Arzt Albert von Schrenck-Notzing, die wie er Mitglieder der Psychologischen Gesellschaft sind. Zusammen setzt man sich mit spiritistischen und parapsychologischen Phänomenen auseinander, veranstaltet Séancen und Geisterbeschwörungen. Sie werden zu einem zentralen Thema in Kellers malerischem Werk der 1880er bis 1900er Jahre.

Getroffen von mehreren Schicksalsschlägen zeichnet sich nach der Jahrhundertwende eine Zäsur in Kellers Werk ab. Fortan dominieren repräsentative Damenporträts sowie dekorative weibliche Aktdarstellungen, die sich durch einen flüssigen, dem Impressionismus verwandten Duktus auszeichnen.

Gleichwohl Keller zu den erfolgreichsten Künstlern seiner Zeit zählt, fürchtet er kaum etwas so sehr wie Manier und Routine. Zwar steht sein ein halbes Jahrhundert umfassendes Oeuvre innerhalb der Strömungen seiner Zeit, doch bewahrt es ein hohes Maß an Eigenständigkeit und bleibt Ausdruck der individuellen Persönlichkeit ihres Urhebers. Hierdurch hebt sich Keller von vielen kaum weniger erfolgreichen Malern seiner Epoche ab.